Art par IA: Kapitel 1 – Alejandro Der Abend senkte sich wie ein schwerer Vorhang über die Stadt, als wir am Rand der Altstadt vor dem kleinen Restaurant hielten. Der Kies knirschte unter den Reifen unseres Wagens, als ob er unsere Ankunft kommentieren wollte. Kein Licht, kein Schild, kein Hinweis darauf, dass sich hinter der alten Holztür ein Ort befand, der nicht für neugierige Augen bestimmt war. Genau deshalb hatten wir ihn gewählt. Einer meiner Männer stieg zuerst aus, prüfte den Eingang, dann öffnete er mir respektvoll die Tür. Ich trat als Erster aus dem Wagen, das gedämpfte Knacken des Kieses unter meinen Schritten das Einzige, das in der kühlen Nacht zu hören war. Meine Brüder folgten mir – Emilio, Angelo und Rafael – dicht gefolgt von unseren Männern. Die Luft war warm, träge vom Duft der mediterranen Pflanzen, die überall wucherten. In Spanien roch selbst die Dunkelheit nach Olivenholz und fremder Geschichte. Wir näherten uns dem Eingang, ein schmaler Weg führte über den Vorhof. Über unseren Köpfen summten Insekten um eine einsame Laterne, und aus dem Inneren des Gebäudes klang leise Musik – Klavier, dezent und altmodisch. Ein Ort, der sich nach Geheimnissen anfühlte. Und damit nach uns. Die Tür öffnete sich geräuschlos, und sofort umfing uns ein gedämpftes Licht. Die Atmosphäre war ruhig, beinahe elegant. Ein weicher Duft nach Rosmarin, Knoblauch und Wein durchzog den Raum. Der Boden war aus geschliffenem Naturstein, in warmen Erdtönen, und die Wände trugen einen sanften grünlichen Anstrich – Salbei vielleicht. Überall standen Pflanzen, wie willkommene Gäste, zwischen den Tischen und an den Fenstern. Nichts daran war übertrieben, alles war geschmackvoll, beinahe beruhigend. Wir betraten das Restaurant, und für einen Moment schien sich die Zeit zu dehnen. Die Gespräche an den anderen Tischen verstummten kaum merklich, während die Kellnerinnen uns musterten. Alle Angestellten waren weiblich – eine bewusste Wahl, wie ich vermutete. Keine Uniformen, nur schlichte, elegante Kleidung. Weiß, mit goldenen Akzenten. Eine junge Frau mit dunklem Zopf und feinem Gesicht kam auf uns zu. „Willkommen im Jardín Secreto. Tisch sieben erwartet Sie.“ Sie führte uns durch den Raum, und ich ließ meinen Blick gleiten. Es war geschmackvoll, das musste man ihnen lassen. Die Tische weit auseinander, keine Spur von Hektik. Hier wurde nicht gegessen, hier wurde gespeist. Während wir uns setzten, fiel mir ein Tisch in der hinteren Ecke auf. Er war zunächst verborgen gewesen, halb im Schatten einer großen Pflanze, aber nun sah ich ihn deutlich. Ich erstarrte. Die Silhouette dort war mir zu vertraut, zu präsent, um Zufall zu sein. Ich neigte mich leicht zu Emilio und flüsterte: „Schau unauffällig zu Tisch zwölf.“ Emilio folgte meinem Blick und verzog das Gesicht. „Ist das... Daniel Quaderi?“ Ich antwortete nicht sofort. Meine Augen hatten sich verengt, mein Blick war scharf geworden. Ja. Es war Quaderi. Selbst hier, fern der Heimat, tauchte dieser Bastard auf wie eine Ratte im Dunkeln. „Lass ihn. Wir sind nicht wegen ihm hier“, sagte ich kühl. Angelo warf mir einen skeptischen Blick zu. „Was, wenn er’s doch auf uns abgesehen hat?“ Ich winkte ab. „Wenn er’s wagt, weiß er, was passiert. Aber heute nicht. Heute geht es um anderes.“ Die Kellnerin kehrte zurück. „Darf ich Ihnen Getränke bringen?“ Meine Männer bestellten. Ich hingegen schüttelte den Kopf. „Nichts für mich.“ Sie verschwand wieder, und wir begannen, die eigentlichen Gespräche zu führen – leise, konzentriert. Es ging um einen größeren Deal. Ein Waffenlager in den Pyrenäen, neue Transportwege, ein Politiker, der gekauft werden musste. Die üblichen Dinge. Doch meine Gedanken waren nicht ganz bei der Sache. Immer wieder wanderte mein Blick zu Quaderi. Und dann geschah es. Er packte eine der Kellnerinnen am Handgelenk. Ein dünnes, blasses Mädchen – viel zu jung. Vielleicht vierzehn, kaum älter. Sie zitterte, sah aus, als wolle sie wegrennen. Aber sie tat es nicht. Seine Hand war fest, seine Augen voller Besitzgier. Ich sah, wie sie blinzelte, mit den Tränen kämpfte. Ich spannte mich an, bereit, einzugreifen. Doch noch bevor ich aufstehen konnte, betrat eine andere Kellnerin die Szene – elegant, selbstbewusst. Sie hatte einen dunklen Dutt, klare Wangenknochen, ihre Bewegungen wirkten wie einstudiert, aber auf eine natürliche Weise. In ihrer Hand: eine Flasche Rotwein. Sie lächelte. „Noch ein Glas, Señor?“ Daniel nickte, abwesend. Und in der nächsten Sekunde kippte sie ihm den ganzen Inhalt der Flasche über den Kopf. Der Raum hielt den Atem an. Ich konnte das Tropfen des Weins auf den Boden hören. Daniel stieß das Mädchen von sich, sprang auf, fluchend. „Was fällt dir ein, du...!“ Doch die Kellnerin wich keinen Schritt zurück. Ihr Lächeln blieb höflich. „Verzeihung, mein Fehler. Und da wir leider ausgebucht sind, muss ich Sie bitten, das Restaurant zu verlassen.“ So ruhig. So furchtlos. Quaderi griff an seinen Hosenbund – ein Reflex, den ich zu gut kannte. Doch einer seiner Männer zog ihn am Arm, zeigte ihm etwas auf dem Handy. Ein paar Sekunden lang wechselten sie Blicke, dann stürmte Daniel fluchend hinaus. Das Mädchen, das er gepackt hatte, begann leise zu weinen. Die Frau – die mutige – kniete sich zu ihr. Ihre Stimme war weich. „Es ist vorbei. Er ist weg. Du bist sicher.“ Ein anderes Mädchen trat hinzu. „Alea, du bekommst wegen uns schon wieder Ärger...“ „Ich weiß“, sagte sie leise, „aber das ist es wert.“ In diesem Moment trat eine ältere Frau aus der Küche. Die Chefin, vermutete ich. „Alea, du weißt, dass ich das nicht will. Aber wir können uns solche Verluste nicht leisten.“ Alea stand auf, sah der Frau direkt in die Augen. „Ich weiß. Zieh’s vom Gehalt ab. Wie immer.“ Es war keine Bitterkeit in ihrer Stimme. Nur Festigkeit. Ich konnte den Blick nicht von ihr abwenden. Sie hatte etwas – nicht nur Schönheit, sondern eine innere Haltung, eine Stärke, die ich selten sah. Und dann trat sie an unseren Tisch. „Ihr Essen“, sagte sie knapp, und begann, die Teller abzustellen. Als sie sich vorbeugte, fiel mein Blick auf das kleine Schild an ihrer Brust: Alea Marie Martínez. Martínez... Der Name zuckte durch mein Inneres wie ein Stromschlag. Ich spürte, wie sich meine Muskeln ganz leicht anspannten. „Alea“, wiederholte ich leise, als würde ich den Namen kosten. Sie hob eine Augenbraue. „Ja?“ Ich musterte sie. Martinez. In dieser Stadt. In diesem Tonfall. Es war unmöglich, dass das kein Zusammenhang war. Und doch... ich sagte nichts. „Das war beeindruckend, was Sie da getan haben“, murmelte ich schließlich. Sie zuckte mit den Schultern. „War nötig.“ „Sie arbeiten jeden Abend hier?“ „Meistens.“ Sie drehte sich um und ging. Ich sah ihr nach. Martínez. Der Name ließ mich nicht los. Er war ein Schatten aus einer anderen Zeit. Einer, von dem ich gehofft hatte, er würde sich nie wieder vor meine Füße stellen. Aber vielleicht... war er nie ganz verschwunden.

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Kapitel 1 – Alejandro

Der Abend senkte sich wie ein schwerer Vorhang über die Stadt, als wir am Rand der Altstadt vor dem kleinen Restaurant hielten. Der Kies knirschte unter den Reifen unseres Wagens, als ob er unsere Ankunft kommentieren wollte. Kein Licht, kein Schild, kein Hinweis darauf, dass sich hinter der alten Holztür ein Ort befand, der nicht für neugierige Augen bestimmt war. Genau deshalb hatten wir ihn gewählt.

Einer meiner Männer stieg zuerst aus, prüfte den Eingang, dann öffnete er mir respektvoll die Tür. Ich trat als Erster aus dem Wagen, das gedämpfte Knacken des Kieses unter meinen Schritten das Einzige, das in der kühlen Nacht zu hören war. Meine Brüder folgten mir – Emilio, Angelo und Rafael – dicht gefolgt von unseren Männern.

Die Luft war warm, träge vom Duft der mediterranen Pflanzen, die überall wucherten. In Spanien roch selbst die Dunkelheit nach Olivenholz und fremder Geschichte.

Wir näherten uns dem Eingang, ein schmaler Weg führte über den Vorhof. Über unseren Köpfen summten Insekten um eine einsame Laterne, und aus dem Inneren des Gebäudes klang leise Musik – Klavier, dezent und altmodisch. Ein Ort, der sich nach Geheimnissen anfühlte. Und damit nach uns.

Die Tür öffnete sich geräuschlos, und sofort umfing uns ein gedämpftes Licht. Die Atmosphäre war ruhig, beinahe elegant. Ein weicher Duft nach Rosmarin, Knoblauch und Wein durchzog den Raum. Der Boden war aus geschliffenem Naturstein, in warmen Erdtönen, und die Wände trugen einen sanften grünlichen Anstrich – Salbei vielleicht. Überall standen Pflanzen, wie willkommene Gäste, zwischen den Tischen und an den Fenstern. Nichts daran war übertrieben, alles war geschmackvoll, beinahe beruhigend.

Wir betraten das Restaurant, und für einen Moment schien sich die Zeit zu dehnen. Die Gespräche an den anderen Tischen verstummten kaum merklich, während die Kellnerinnen uns musterten. Alle Angestellten waren weiblich – eine bewusste Wahl, wie ich vermutete. Keine Uniformen, nur schlichte, elegante Kleidung. Weiß, mit goldenen Akzenten.

Eine junge Frau mit dunklem Zopf und feinem Gesicht kam auf uns zu. „Willkommen im Jardín Secreto. Tisch sieben erwartet Sie.“

Sie führte uns durch den Raum, und ich ließ meinen Blick gleiten. Es war geschmackvoll, das musste man ihnen lassen. Die Tische weit auseinander, keine Spur von Hektik. Hier wurde nicht gegessen, hier wurde gespeist.

Während wir uns setzten, fiel mir ein Tisch in der hinteren Ecke auf. Er war zunächst verborgen gewesen, halb im Schatten einer großen Pflanze, aber nun sah ich ihn deutlich. Ich erstarrte. Die Silhouette dort war mir zu vertraut, zu präsent, um Zufall zu sein.

Ich neigte mich leicht zu Emilio und flüsterte: „Schau unauffällig zu Tisch zwölf.“

Emilio folgte meinem Blick und verzog das Gesicht. „Ist das... Daniel Quaderi?“

Ich antwortete nicht sofort. Meine Augen hatten sich verengt, mein Blick war scharf geworden. Ja. Es war Quaderi. Selbst hier, fern der Heimat, tauchte dieser Bastard auf wie eine Ratte im Dunkeln.

„Lass ihn. Wir sind nicht wegen ihm hier“, sagte ich kühl.

Angelo warf mir einen skeptischen Blick zu. „Was, wenn er’s doch auf uns abgesehen hat?“

Ich winkte ab. „Wenn er’s wagt, weiß er, was passiert. Aber heute nicht. Heute geht es um anderes.“

Die Kellnerin kehrte zurück. „Darf ich Ihnen Getränke bringen?“

Meine Männer bestellten. Ich hingegen schüttelte den Kopf. „Nichts für mich.“

Sie verschwand wieder, und wir begannen, die eigentlichen Gespräche zu führen – leise, konzentriert. Es ging um einen größeren Deal. Ein Waffenlager in den Pyrenäen, neue Transportwege, ein Politiker, der gekauft werden musste. Die üblichen Dinge. Doch meine Gedanken waren nicht ganz bei der Sache.

Immer wieder wanderte mein Blick zu Quaderi. Und dann geschah es.

Er packte eine der Kellnerinnen am Handgelenk. Ein dünnes, blasses Mädchen – viel zu jung. Vielleicht vierzehn, kaum älter. Sie zitterte, sah aus, als wolle sie wegrennen. Aber sie tat es nicht. Seine Hand war fest, seine Augen voller Besitzgier. Ich sah, wie sie blinzelte, mit den Tränen kämpfte.

Ich spannte mich an, bereit, einzugreifen. Doch noch bevor ich aufstehen konnte, betrat eine andere Kellnerin die Szene – elegant, selbstbewusst. Sie hatte einen dunklen Dutt, klare Wangenknochen, ihre Bewegungen wirkten wie einstudiert, aber auf eine natürliche Weise. In ihrer Hand: eine Flasche Rotwein.

Sie lächelte. „Noch ein Glas, Señor?“

Daniel nickte, abwesend. Und in der nächsten Sekunde kippte sie ihm den ganzen Inhalt der Flasche über den Kopf.

Der Raum hielt den Atem an. Ich konnte das Tropfen des Weins auf den Boden hören. Daniel stieß das Mädchen von sich, sprang auf, fluchend.

„Was fällt dir ein, du...!“

Doch die Kellnerin wich keinen Schritt zurück. Ihr Lächeln blieb höflich. „Verzeihung, mein Fehler. Und da wir leider ausgebucht sind, muss ich Sie bitten, das Restaurant zu verlassen.“

So ruhig. So furchtlos.

Quaderi griff an seinen Hosenbund – ein Reflex, den ich zu gut kannte. Doch einer seiner Männer zog ihn am Arm, zeigte ihm etwas auf dem Handy. Ein paar Sekunden lang wechselten sie Blicke, dann stürmte Daniel fluchend hinaus.

Das Mädchen, das er gepackt hatte, begann leise zu weinen. Die Frau – die mutige – kniete sich zu ihr. Ihre Stimme war weich. „Es ist vorbei. Er ist weg. Du bist sicher.“

Ein anderes Mädchen trat hinzu. „Alea, du bekommst wegen uns schon wieder Ärger...“

„Ich weiß“, sagte sie leise, „aber das ist es wert.“

In diesem Moment trat eine ältere Frau aus der Küche. Die Chefin, vermutete ich.

„Alea, du weißt, dass ich das nicht will. Aber wir können uns solche Verluste nicht leisten.“

Alea stand auf, sah der Frau direkt in die Augen. „Ich weiß. Zieh’s vom Gehalt ab. Wie immer.“

Es war keine Bitterkeit in ihrer Stimme. Nur Festigkeit.

Ich konnte den Blick nicht von ihr abwenden. Sie hatte etwas – nicht nur Schönheit, sondern eine innere Haltung, eine Stärke, die ich selten sah. Und dann trat sie an unseren Tisch.

„Ihr Essen“, sagte sie knapp, und begann, die Teller abzustellen. Als sie sich vorbeugte, fiel mein Blick auf das kleine Schild an ihrer Brust:

Alea Marie Martínez.

Martínez...

Der Name zuckte durch mein Inneres wie ein Stromschlag. Ich spürte, wie sich meine Muskeln ganz leicht anspannten.

„Alea“, wiederholte ich leise, als würde ich den Namen kosten.

Sie hob eine Augenbraue. „Ja?“

Ich musterte sie. Martinez. In dieser Stadt. In diesem Tonfall. Es war unmöglich, dass das kein Zusammenhang war. Und doch... ich sagte nichts.

„Das war beeindruckend, was Sie da getan haben“, murmelte ich schließlich.

Sie zuckte mit den Schultern. „War nötig.“

„Sie arbeiten jeden Abend hier?“

„Meistens.“

Sie drehte sich um und ging.

Ich sah ihr nach.

Martínez.

Der Name ließ mich nicht los. Er war ein Schatten aus einer anderen Zeit. Einer, von dem ich gehofft hatte, er würde sich nie wieder vor meine Füße stellen.

Aber vielleicht... war er nie ganz verschwunden.
—— fin ——
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Kapitel 1 – Alejandro Der Abend senkte sich wie ein schwerer Vorhang über die Stadt, als wir am Rand der Altstadt vor dem kleinen Restaurant hielten. Der Kies knirschte unter den Reifen unseres Wagens, als ob er unsere Ankunft kommentieren wollte. Kein Licht, kein Schild, kein Hinweis darauf, dass sich hinter der alten Holztür ein Ort befand, der nicht für neugierige Augen bestimmt war. Genau deshalb hatten wir ihn gewählt. Einer meiner Männer stieg zuerst aus, prüfte den Eingang, dann öffnete er mir respektvoll die Tür. Ich trat als Erster aus dem Wagen, das gedämpfte Knacken des Kieses unter meinen Schritten das Einzige, das in der kühlen Nacht zu hören war. Meine Brüder folgten mir – Emilio, Angelo und Rafael – dicht gefolgt von unseren Männern. Die Luft war warm, träge vom Duft der mediterranen Pflanzen, die überall wucherten. In Spanien roch selbst die Dunkelheit nach Olivenholz und fremder Geschichte. Wir näherten uns dem Eingang, ein schmaler Weg führte über den Vorhof. Über unseren Köpfen summten Insekten um eine einsame Laterne, und aus dem Inneren des Gebäudes klang leise Musik – Klavier, dezent und altmodisch. Ein Ort, der sich nach Geheimnissen anfühlte. Und damit nach uns. Die Tür öffnete sich geräuschlos, und sofort umfing uns ein gedämpftes Licht. Die Atmosphäre war ruhig, beinahe elegant. Ein weicher Duft nach Rosmarin, Knoblauch und Wein durchzog den Raum. Der Boden war aus geschliffenem Naturstein, in warmen Erdtönen, und die Wände trugen einen sanften grünlichen Anstrich – Salbei vielleicht. Überall standen Pflanzen, wie willkommene Gäste, zwischen den Tischen und an den Fenstern. Nichts daran war übertrieben, alles war geschmackvoll, beinahe beruhigend. Wir betraten das Restaurant, und für einen Moment schien sich die Zeit zu dehnen. Die Gespräche an den anderen Tischen verstummten kaum merklich, während die Kellnerinnen uns musterten. Alle Angestellten waren weiblich – eine bewusste Wahl, wie ich vermutete. Keine Uniformen, nur schlichte, elegante Kleidung. Weiß, mit goldenen Akzenten. Eine junge Frau mit dunklem Zopf und feinem Gesicht kam auf uns zu. „Willkommen im Jardín Secreto. Tisch sieben erwartet Sie.“ Sie führte uns durch den Raum, und ich ließ meinen Blick gleiten. Es war geschmackvoll, das musste man ihnen lassen. Die Tische weit auseinander, keine Spur von Hektik. Hier wurde nicht gegessen, hier wurde gespeist. Während wir uns setzten, fiel mir ein Tisch in der hinteren Ecke auf. Er war zunächst verborgen gewesen, halb im Schatten einer großen Pflanze, aber nun sah ich ihn deutlich. Ich erstarrte. Die Silhouette dort war mir zu vertraut, zu präsent, um Zufall zu sein. Ich neigte mich leicht zu Emilio und flüsterte: „Schau unauffällig zu Tisch zwölf.“ Emilio folgte meinem Blick und verzog das Gesicht. „Ist das... Daniel Quaderi?“ Ich antwortete nicht sofort. Meine Augen hatten sich verengt, mein Blick war scharf geworden. Ja. Es war Quaderi. Selbst hier, fern der Heimat, tauchte dieser Bastard auf wie eine Ratte im Dunkeln. „Lass ihn. Wir sind nicht wegen ihm hier“, sagte ich kühl. Angelo warf mir einen skeptischen Blick zu. „Was, wenn er’s doch auf uns abgesehen hat?“ Ich winkte ab. „Wenn er’s wagt, weiß er, was passiert. Aber heute nicht. Heute geht es um anderes.“ Die Kellnerin kehrte zurück. „Darf ich Ihnen Getränke bringen?“ Meine Männer bestellten. Ich hingegen schüttelte den Kopf. „Nichts für mich.“ Sie verschwand wieder, und wir begannen, die eigentlichen Gespräche zu führen – leise, konzentriert. Es ging um einen größeren Deal. Ein Waffenlager in den Pyrenäen, neue Transportwege, ein Politiker, der gekauft werden musste. Die üblichen Dinge. Doch meine Gedanken waren nicht ganz bei der Sache. Immer wieder wanderte mein Blick zu Quaderi. Und dann geschah es. Er packte eine der Kellnerinnen am Handgelenk. Ein dünnes, blasses Mädchen – viel zu jung. Vielleicht vierzehn, kaum älter. Sie zitterte, sah aus, als wolle sie wegrennen. Aber sie tat es nicht. Seine Hand war fest, seine Augen voller Besitzgier. Ich sah, wie sie blinzelte, mit den Tränen kämpfte. Ich spannte mich an, bereit, einzugreifen. Doch noch bevor ich aufstehen konnte, betrat eine andere Kellnerin die Szene – elegant, selbstbewusst. Sie hatte einen dunklen Dutt, klare Wangenknochen, ihre Bewegungen wirkten wie einstudiert, aber auf eine natürliche Weise. In ihrer Hand: eine Flasche Rotwein. Sie lächelte. „Noch ein Glas, Señor?“ Daniel nickte, abwesend. Und in der nächsten Sekunde kippte sie ihm den ganzen Inhalt der Flasche über den Kopf. Der Raum hielt den Atem an. Ich konnte das Tropfen des Weins auf den Boden hören. Daniel stieß das Mädchen von sich, sprang auf, fluchend. „Was fällt dir ein, du...!“ Doch die Kellnerin wich keinen Schritt zurück. Ihr Lächeln blieb höflich. „Verzeihung, mein Fehler. Und da wir leider ausgebucht sind, muss ich Sie bitten, das Restaurant zu verlassen.“ So ruhig. So furchtlos. Quaderi griff an seinen Hosenbund – ein Reflex, den ich zu gut kannte. Doch einer seiner Männer zog ihn am Arm, zeigte ihm etwas auf dem Handy. Ein paar Sekunden lang wechselten sie Blicke, dann stürmte Daniel fluchend hinaus. Das Mädchen, das er gepackt hatte, begann leise zu weinen. Die Frau – die mutige – kniete sich zu ihr. Ihre Stimme war weich. „Es ist vorbei. Er ist weg. Du bist sicher.“ Ein anderes Mädchen trat hinzu. „Alea, du bekommst wegen uns schon wieder Ärger...“ „Ich weiß“, sagte sie leise, „aber das ist es wert.“ In diesem Moment trat eine ältere Frau aus der Küche. Die Chefin, vermutete ich. „Alea, du weißt, dass ich das nicht will. Aber wir können uns solche Verluste nicht leisten.“ Alea stand auf, sah der Frau direkt in die Augen. „Ich weiß. Zieh’s vom Gehalt ab. Wie immer.“ Es war keine Bitterkeit in ihrer Stimme. Nur Festigkeit. Ich konnte den Blick nicht von ihr abwenden. Sie hatte etwas – nicht nur Schönheit, sondern eine innere Haltung, eine Stärke, die ich selten sah. Und dann trat sie an unseren Tisch. „Ihr Essen“, sagte sie knapp, und begann, die Teller abzustellen. Als sie sich vorbeugte, fiel mein Blick auf das kleine Schild an ihrer Brust: Alea Marie Martínez. Martínez... Der Name zuckte durch mein Inneres wie ein Stromschlag. Ich spürte, wie sich meine Muskeln ganz leicht anspannten. „Alea“, wiederholte ich leise, als würde ich den Namen kosten. Sie hob eine Augenbraue. „Ja?“ Ich musterte sie. Martinez. In dieser Stadt. In diesem Tonfall. Es war unmöglich, dass das kein Zusammenhang war. Und doch... ich sagte nichts. „Das war beeindruckend, was Sie da getan haben“, murmelte ich schließlich. Sie zuckte mit den Schultern. „War nötig.“ „Sie arbeiten jeden Abend hier?“ „Meistens.“ Sie drehte sich um und ging. Ich sah ihr nach. Martínez. Der Name ließ mich nicht los. Er war ein Schatten aus einer anderen Zeit. Einer, von dem ich gehofft hatte, er würde sich nie wieder vor meine Füße stellen. Aber vielleicht... war er nie ganz verschwunden.

Ich hoffe euch wird das Zweite auch gefallen.

#kein Schild
#kein Hinweis darauf
#prüfte den Eingang
#in warmen Erdtönen
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5 months ago

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